BDSM, Fetisch, Bizarr – im Gespräch mit Herrin Alexa

Die Welt des Fetisch und BDSM erscheint vielen Menschen, die sich üblicherweise mit sog. „Blümchensex“ vergnügen, eher dunkel und geheimnisvoll. Aber wie verhält es sich tatsächlich mit diesem erotischen Bereich, dessen Vielfältigkeit und eigene Begrifflichkeit für die meisten fremd ist? Eine interessante Aufgabe für Aussenreporter Carlos, BDSM und Fetisch einmal zu beleuchten und Einblicke aus erster Hand, von Herrin Alexa aus Dortmund, zu erhalten.

Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit, Herrin Alexa kennenzulernen und mit ihr ein Gespräch im Fetisch-X-Studio in Dortmund zu führen. Zum Studio zu späterer Gelegenheit mehr, aber es ist, kurz gesagt, ein Paradies für alle Menschen, die bizarre Neigungen ausleben möchten und dafür die passenden Räumlichkeiten suchen. Denn ein volleingerichtetes SM Zimmer, oder gar mehrere, hat ja doch kaum jemand zu Hause verfügbar.

Herrin AlexaZurück zu Herrin Alexa. Natürlich hatte ich ein bisschen Respekt, wer mich denn jetzt erwarten würde, war aber erst einmal angenehm überrascht. Statt einer strengen und angsteinflössenden Domina erwartete mich eine sehr gepflegte, kultivierte Dame, die mich freundlich begrüsste.

Das folgende Gespräch habe ich für unsere TOM Leser aufgenommen:

CARLOS: Liebe Herrin Alexa, ich hatte noch nie das Vergnügen, einer Domina gegenüber zu sitzen. Wie ist da eigentlich die korrekte Anrede? Herrin? Oder doch lieber Lady?

HERRIN ALEXA: Das kommt darauf an, denn es gibt hier Unterschiede. Eine Herrin lässt sich nie berühren. Besonders vertraute Kunden dürfen ihr zum Abschied die Schuhe küssen. Mehr nicht. Eine Lady hingegen gibt auch Nähe. Sie belohnt ihre Gäste mit Streicheleinheiten und Umarmungen.

CARLOS: Wie würdest Du Deine Tätigkeit in einem Satz beschreiben?

HERRIN ALEXA: Ich nehme meine Gäste mit auf eine erotische Reise. Oftmals dürfen sie nichts sehen und nichts hören. Dann berühre ich sie – mal sanft, mal hart. Indem die Männer mir vertrauen, können sie sich erst fallen lassen.

CARLOS: Es gibt viele verschiedene Arten von BDSM-Praktiken und Fetischen. Aber vor allem gibt es noch viel mehr Vorurteile darüber. Die meisten denken, eine Domina in Lack und Leder bearbeitet einen Mann so lange mit der Peitsche, bis das Blut auf den Boden tropft. Stimmt das denn so überhaupt?

Herrin AlexaHERRIN ALEXA: Die Peitsche spielt in vielen Fantasien meiner Gäste eine wichtige Rolle. Natürlich. Aber längst nicht in allen. Was viele Menschen nicht wissen: Das Spiel mit Lust und Leid setzt viel  Verantwortung voraus. Auch wenn ich meinen Kunden Schmerzen zufüge, würde ich niemals etwas tun, was ihnen schadet.

Deshalb führe ich mit jedem neuen Gast erst einmal ein langes Vorgespräch. Darin erzählt er mir von seinen Fantasien und Vorlieben. Aber natürlich auch von den Dingen, die Tabu sind für ihn.

CARLOS: Klinik, TV, Flagellanten, Rollenspiele – SM scheint für Außenstehende ein Buch mit Sieben Siegeln zu sein.

HERRIN ALEXA: Naja, es ist schon eine Welt für sich. Aber wer erst einmal bisschen schnuppert, findet schnell Antworten. Klinikspiele finden beispielsweise oft in Räumen statt, die an Arztzimmer erinnern. Nadeln setzen oder Einläufe machen sind dabei gängige Praktiken. Allerdings ist der sogenannte Weiße Bereich derzeit eher weniger gefragt.

Herrin AlexaCARLOS: Es gibt also gewisse Trends in der Szene?

HERRIN ALEXA: Kann man so sagen. Beliebt ist derzeit vor allem die klassische, englische Erziehung. Dabei diktiert der dominante Part dem Devoten seine Regeln auf. Werden die Regeln nicht befolgt, gibt es Hiebe mit dem Rohrstock.
Stark im Kommen ist auch die Erziehung via Internet. Dabei fällt natürlich die rein körperliche Abstrafung weg.

CARLOS: Wie soll das dann funktionieren, wie kann man sich das vorstellen ?

HERRIN ALEXA: Nun, eine Online-Session hängt sehr stark vom Wesen des Gastes ab. Genau wie eine reale Session. Mein Kunde muss sich mir unterwerfen und mir seinen Gehorsam demonstrieren. Zum Beispiel indem er vor der Webcam, für Aussenstehende, lächerliche Übungen absolviert. Wenn ich denke, dass er eine Belohnung verdient hat, zeige ich ihm meine langen Beine. Die meisten tun alles, um meine Stiefel sehen zu können. (Herrin Alexa lächelt süffisant)

CARLOS: Aber ist das Internet nicht viel unpersönlicher?

Herrin AlexaHERRIN ALEXA: Vielleicht. Aber es gibt auch die Möglichkeit, weite Entfernungen zu überbrücken und damit Träume wahr werden zu lassen. Denn es gibt auch viele, die gar nicht so sehr die rein körperliche Ebene suchen. Für diese Menschen findet das Spiel mit Fetisch und BDSM vor allem im Kopf statt. Aber das gilt ja für Liebe und Zuneigung allgemein und ist ja nicht nur auf den Fetischbereich beschränkt.
Und darauf habe ich mich auch eingestellt. Für 2011 habe ich deshalb einige Überraschungen geplant, um mich für die Online Erziehung noch besser und intensiver meinen Gästen widmen zu können.

CARLOS: Aber als SM-Neuling kann ich ja noch gar nicht wissen, was mir gefällt. Wie kann man denn da den Einstieg finden?

HERRIN ALEXA: Anfängern empfehle ich erst einmal nur eine kurze Sitzung. In dieser Zeit, z.B. 30 Minuten, teste ich, was gefällt und was nicht. Ist es das Reizen der Brustwarzen? Hat der Kunde Spaß am demütigen Dienen? Oder doch lieber die Hoden fest abbinden?

CARLOS (macht große Augen): Das klingt auf jeden Fall spannend.

HERRIN ALEXA: Ein kostenloses Vortreffen ist immer möglich. Am liebsten treffe ich mich im Fetisch-X-Studio in Dortmund. Die Location mit ihren vielen, einzelnen Räumen ist toll. Hier findet sich für jeden Geschmack etwas.

CARLOS: Stimmt, davon konnte ich mich heute selbst überzeugen. Es ist durchaus beeindruckend. Stimmt es, dass ich jetzt die Möglichkeit bekomme, eine Erziehung live zu verfolgen und sogar für die TOM Leser zu fotografieren?

HERRIN ALEXA: wenn Du mir den nötigen Respekt erweist, dann gerne. Und wenn nicht, dann weißt Du ja jetzt, was Dich erwartet ( lacht )!

CARLOS: ich werde es sicherlich nicht an Respekt mangeln lassen und danke für das Gespräch !

Und so kam es, dass ich in verschiedenen Räumlichkeiten des Studio Aufnahmen einer Erziehung von Herrin Alexa mit einem Latex Sklaven machen durfte. Die Atmoshäre dabei ist schwer zu beschreiben, aber auf alle Fälle spannend und intensiv.
Die Bilder, die ich machen konnte, sprechen sicherlich auch schon eine deutliche Sprache.

Das war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung! Mit gehörigem Respekt, aber auch Neugier wird sicherlich wieder in diese Welt eintauchen … Euer CARLOS!