who the fuck ist Gina Lynn?

Pornofilmkritik: „Gina Lynn’s Darkside“ (Jules Jordan)

In einem rekordverdächtigen fünfminütigen Vorspann, indem Fans der Pornodarstellerin sie in ihrer gesamten vielfältigen Performance-Kreativität staunend bewundern können, fällt ihr unglaublicher Buseneinsatz auf, mit dem sie reihenweise die erigierten Männer lyncht. So beginnt dieser Personality-Porno, der ganz auf sie zugeschnitten ist. Eine Ehre, die nur wenigen Darstellerinnen zu Teil wird. Vielleicht geht es ihnen wie mir, denn ich fragte mich: who the fuck ist Gina Lynn?

In den Vereinigten Staaten von Amerika eindeutig ein berühmter Star, die für ihr Leben nach der Vagina-Karriere längst aussorgte. Eine irgendwie typische amerikanische Schönheit, weil sie dem dortigen Ideal einer sexuell aktiven Frau entspricht: sehr blond (dem Wasserstoffperoxid sei Dank), sehr großtittig (der Schönheitschirurgie ein dreifaches Hipp, Hipp, Hurra) und von einem leicht zu verwechselnden Aussehen (weil von den künstlichen Lippen über die künstlichen Augenbrauen bis zur Ganzkörperschminke jede Form der Individualität dieser Frau verdeckt ist). Ein Barbie-Maskottchen.

Wer noch einen ultimativen Beweis über den Starkult braucht, der um ihre Person gemacht wird, dem genügt vielleicht die Information, dass es sogar eine Gina-Lynn-Liebespuppe in der Premiumklasse zu kaufen gibt. Werbeslogan: „Gina Lynn ist die schärste Pornodarstellerin, die je für Luxus-Gummipuppen Model stand! Wie die echte Gina Lynn ist auch ihr Sex-Clone sehr gelenkig. Mund, Anus und Vagina sind aus Futurotik-Material und können kabellos vibrieren.“ Noch Fragen?

Die erste Szene: Gina Lynn ganz in weiß. Lebensgefährliche, weißlackierte Hochhackige, weißer Rock, weiße Bluse, weißer Blazer. Und dann spielt die Szene auch noch in einem luxuriösen Bungalow, der komplett in Weiß eingerichtet ist. Ihre bunte Brille auf der Nase fällt als einziges etwas aus der Uniformität. Es mutet schon ein bisschen merkwürdig an, dass sie beim Blick auf einen komplett schwarzen Notebook-Bildschirm das dringende Bedürfnis verspürt, sich noch am Schreibtisch masturbatorisch zu betätigen. Aber wir sollten bei einem Porno wohl einfach die Sinnfrage vermeiden.

Wie aus dem Nichts taucht plötzlich ein Mann mit Überlange an Körper- und Schwanzgröße auf, um ihre selbsttätigen Bemühungen am Kitzler auf männliche Art zu unterstützen. Das folgende Hardcore-Miteinander ist sehr ästhetisch verfilmt, spielt sehr schön mit unterschiedlichen Tempi, wobei es mir insbesondere der Tittenfick recht antat. Beeindruckende Vielfalt in den Stellungen, die ohne Hektik und im beiderseitigen Interesse eingenommen werden.

Eine gute halbe Stunde macht Gina bei allen Aktivitäten bewegungsaktiv mit, sodass allen Beteiligten der Schweiß von der Stirn und ihren Arschbacken tropft. „I like that“, sagt Gina als ihr der schwarze Mann reichlich von seiner frischproduzierten Alimentenware in den Mund katapultiert. Eindeutig überdurchschnitte, sehr solide Profiarbeit, bei der man gerne Zuschauer war.

Die zweite Szene: Gina Lynn liegt um die Hüfte angekettet auf einer teuren Designer-Liege. Durch ihre schwarze Augenbinde sieht sie nichts. Na und wehren kann sie sich in dieser fesselnden Lage ohnehin nicht. Sie trägt eine Ganzkörperfischnetzstrumpfhose, die sie wie ein benutzbare Stück Frischfleisch, das gut abgehangen ist, aussehen lässt. Äußerst reizvoll. Ein Pärchen, sie mit dem gleichen Strumpfhosenfabrikat, was ihr bis zum Kopf reicht, und ein haargefärbten Mann machen sie küssend über die wehrlose Gina Lynn her. Zunächst bleibt es beim reinen Zungeneinsatz.

Der Mann rammt ihr dann absichtsvoll sein Gemächt in den Hals. Und es stört ihn nun mal überhaupt nicht, dass sie zwischenzeitlich nach Luft happst oder ihr der Speichel nur so aus dem Mundwinkel rinnt. Der Mann träufelt heißes Wachs auf Ginas Oberkörper. Keine hör- oder sichtbare Reaktion. Damit sich die Damen nun etwas agiler um sein Zepter kümmern können, bindet man Gina los, sodass sie nun freihändig und freibeinig zu seinem Wohlgefallen agieren kann. Gleichzeitig liebevoll wie brutale Bumssequenzen folgen, bei dem er immer mal wieder gerne kräftig an den Haaren der Darstellerinnen zieht, oder deren analen Tiefbohrqualitäten austestet. Beide Frauen bestehen sie mit Auszeichnung und bekommen ihre Qualitätssiegel zwar nicht schriftlich, aber in Form von einer großen Spermaladung dennoch irgendwie bestätigt.

Es folgen noch vier weitere Kurzgeschichten mit stark geschlechtsbezogenen Inhalt, die ich mit ebensolcher Begeisterung genoss: im Parkhaus lacht sich Gina im schwarzen Gummimantel einen männlichen Verkehrswilligen an, der seinen Gürtel zum Züchtigen zu nutzen weiß und einen formidablen Tittenfick absolviert. Ihre letzten Worte waren „got milk?“ – ein Spaziergang an der frischen Luft endet in einer privaten Peepshow, dessen Resultat in einem Cocktailglas aufgefangen wird, dessen spermareichen Inhalt sie bis auf den letzten Tropfen austrinkt – Fünf Männer bietet ihr frisch gewichste Schluckware an, sofern sie sich denn zuvor zum Anblasen bereit erkläre.

Gina willigt ein und man macht aus dieser kleinen Bukkakeszene wahrlich das Beste. Alle Herren kommen bei ihrer sagenhaften Performance problemlos in ihren Mund und sie schluckt es hinunter wie fünf Gläser  feinsten Champagners – nur die letzte Gina-Lynn-Show im Film empfinde ich als weniger gelungen, was aber auch daran liegen mag, dass man inzwischen ganz schön verwöhnt ist. Ihr ellenlangen schwarzen Handschuhe bieten dann jedoch einen schönen Kontrast zum Sperma, wo den Herren befehligt wurde hinzuspritzen. Und siehste: eigentlich muss es doch gar nicht immer eine Gesichtsbesamung sein.

Diese Gina Lynn hat sich ihren Erfolg und ihre Berühmtheit verdient. Ich ziehe meinen Reißverschluss runter.