Goldkettchen und Gesichtsbesamung

Pornofilmkritik: „Gangbang für Gina – ich will euch alle“ aus der Reihe „Gina Wild – Jetzt wird’s schmutzig“ (Videorama)

Gina WildeAus einer Zeit, als man aus einer Kinderkrankenschwester noch deutschlandweit bekannte Pornostars aufzubauen verstand, stammt dieses Werk für den strengsten Erwachsenengebrauch. Es ist also schon ein wenig älter und hat doch nichts von seiner eindringlichen Aussagekraft verloren. Um die acht Einzelszenen des Films künstlerisch wertvoll zu verbinden, moderiert Frau Wild sie zwar meist textsicher an, obwohl wir uns ein bisschen mehr Wortwitz gerne hätten gefallen lassen. Gemafreie Musik starten. Danke.

Szene 1: Eindeutig, diese Frau arbeitet hier schwarz. Als wohlproportionierte Andersfarbige kann sie ja auch gar nicht anders. Sie schmust im Lederkostüm mit Tigerfellimitat-Tuch im Haar einen weißhäutigen Herren, der sich uns gar nie explizit vorstellte. Der Hautkontrast zwischen den Akteuren sieht reizvoll aus. Und siehe da, sie hat einen Lolli in seiner Körpermitte gefunden, der zwar nicht süß schmeckt, dafür aber beim Lecken wachsen kann. Die Schwarze behält nach betont langsamer Textilloslösung ihre neonorangen Büstenhalter an, vielleicht weil ihr kleiner Busen weniger aufmerksam erregte als dieses leuchtende Oberteil, und setzt sich zum Lollipop. Wie ein Uhrwerk geht er nun bumsfidel ans Werk und nimmt im Minutentakt einen Stellenwechsel vor. Das mag zwar große Popkunst sein, langweilt aber. Klar, das Weiße muss aufs Schwarze und so kommt es: sein Sperma landet zwischen dieser Wölbung der beiden Halbmonde, die bislang ein BH verbarg.
Szene 2: Eine Blondierte macht es sich auf einem Billardtisch bequem, sodass ein Goldkettchen-Mann (Hals und Handgelenk) den optimalen Einfallswinkel vorfindet, um seinem stets harten Arbeitsalltag nachzugehen.

Szene 3: Eine Lesbenszene, an der unsere Schwarze von vorhin und Frau Wild höchstselbst beteiligt sind. Wie beim Mainstreamfilm üblich, mag zwar ein Mann denken, dass sich so Lesben was Gutes tun, aber aus gut unterrichteten Kreisen bin ich befugt ihnen mitzuteilen: dies ist ein Irrtum. Fragen Sie diesbezüglich doch mal eine echte Lesbe ihres Vertrauens.

Szene 4: Gina Wild, mit weißen Dessous verschönt, empfängt zwei Herren, öffnet einem von ihnen geschwind den Reizverschluss seiner Hose, sodass er im feinen Anzug von ihr erst gewichst und dann geblasen wird. Das sieht witzig aus. Eindeutig hat die Dame Talent. Wie sie später, die Herren haben auf der Couch Platz genommen, beidhändig wichst, wobei niemand unrhythmisch schlechter gestellt ist, hat was und ihre Fellatiotechnik sieht mir ebenso sehr mundfertig aus. Eine gut ausgeleuchtete Doppeldeckerszene später, verendet ein Darsteller, nachdem er bei Gina Wild erneut in die Analen einging, unverzüglich nach dem Rausziehen seines Teils auf ihre Vagina. Eine schöne Abwechslung. Warum immer nur ins Gesicht spritzen?

Szene 5: Ledercouch, Frau im roten Büstenhalter, dazu der Goldketten-Mann. Ruhe, bitte – Analverkehr-Action. Und bitte.

Szene 6: Oh, nein. Schon wieder eine dieser endlosen Lesben-Szenen, an der Frau Wild beteiligt ist. Als besonders raffinierte Variante stöhnt sie uns diesmal mit Augenbinde was vor.

Szene 7: Der Mann behält konsequent seine Klamotten an. Obschon die beteiligte Dame in dieser Einstellung mehr als nur das Nötigste freilegt, darf man stimmig von „clothed sex“ sprechen. Seine Krawatte ist zwar bei der Ersteinführung manchmal leicht im Weg, aber was ein Profi ist, der findet notfalls blind den Weg zur Arbeitsstätte. Der Analverkehr flutscht. Das Sperma muss sie sich mühsam mit der Hand erschleudern.

Szene 8 ist der absolute Höhepunkt des Films, denn er geizt wahrlich nicht mit Höhepunkten. Gina Wild feiert eine gut zwölfminütige äußerst sehenswerte Bukkakeparty. In der ersten Bildeinstellung
sehen wir nun auf eine eng nebeneinander sitzende Phallus-Falange, wo sich jeder der Herren bemüht zeigt, sein Einsatzgerät auf Starttemperatur zu halten. Gina Wild legt sich in Positur nach dem Motto: Männer, gekocht hab ich nichts, aber schaut mal wie ich daliege. Die Herren rubbeln, manchmal rubbelt sie einen Herren kurz zur Ergebniskorrektur seines Steifheitsgrades, ab und an erweist Gina sich die Ehre mal einen Schwanz in den Mund zu nehmen, aber eigentlich ist das eher die Ausnahme. Einem Mann erweist Gina Wild die Auszeichnung sie mit Kondom zu bumsen, was in deutschen Pornofilmproduktionen eine Rarität ist. Ich meine den Kondomgebrauch. Drei Herren spritzen ihr auf die Brüste. Dann betritt eine Horde Schwarzer die spermageschwängerte Luft und verkleckert sich in ihr Gesicht. Zum Abschluss noch mal einen Doppeldecker mit zwei sehr energetischen Orgasmen der männlichen Akteure. Noch mal ins Gesicht.

Voila. Mehr Sperma war definitiv nicht abzumelken.