Männer für Männer – Schwule im Porno-Bunker

TOM Report Serie: Porno in Deutschland»

Lange hat es gebraucht, dann hat es doch geklappt: Über viele Monate stand ich in Kontakt mit Jörg Polzer, der in seiner Firma Cazzo in Berlin Schwulen-Pornos herstellt. Nun ist es soweit. Für das Buch „Porno in Deutschland – Reise durch ein unbekanntes Land“ reise ich nach Berlin, um bei Dreharbeiten für einen Schwulen-Porno dabei sein zu können. Für TOM REPORT gibt es hier eine exklusive Fassung.

Das Kottbusser Tor in Kreuzberg gehört zu den Orten der Hauptstadt, an denen man sich nicht länger aufhält als unbedingt nötig. Erstmal ist da dieser ständige Verkehr. Aus fünf oder sechs Straßen fädeln sich die Blechkolonnen ein. Auf den Bürgersteigen und an den Geländern stehen Penner und Junkies herum, grölen, quatschen die Leute an, die aus den Imbissbuden kommen oder die Straße überqueren müssen, um ganz schnell in eine der Nebenstraßen zu entkommen. Und alle paar Minuten dröhnt die Stadtbahn über eine verwegene Metallkonstruktion, wuchtig und verrottet wie aus einer anderen Zeit.

Um 10 Uhr bin ich mit Jörg verabredet. Sein Firma liegt drei, vier Gebäude weg von diesem Platz in einer etwas ruhigeren Straße, ein schlichter Zweckbau für Büros, im dritten Stock. Gedreht wird ein Schwulen-Porno im eigenen Studio. Für mich neues Terrain. Und ich bin etwas unsicher, wie ich mich dort bewegen werde.

Schwulen-Pornos spielen in der Branche keine große Rolle. In Deutschland gibt es kaum Produzenten, die Filme für Schwule herstellen. Fünf oder sechs Firmen gibt es, vier davon haben sich in Berlin etabliert. Sex-Szenen zwischen Männern im normalen Porno sind so etwas wie ein Tabu. Da würde wohl einiges ins Wanken geraten.

Jörg gibt mir die Hand. Er steckt mitten in den Vorbereitungen zum Dreh. Zwei Darsteller sitzen in der Küche und blättern in Zeitschriften. Victor und Jordan, Engländer, gestern aus London eingeflogen. Darsteller in deutschen Schwulen-Pornos sind fast immer Ausländer, „oder in Deutschland lebende Migranten“, wie Jörg es in bürokratisch exaktem Deutsch ausdrückt, „weil die weniger um ihr Ansehen fürchten, wenn man sie wiedererkennen sollte“.

Victor ist 24, er studiert Spanisch und Portugiesisch, lebt in London und arbeitet seit ein paar Jahren im Escort-Bereich, weniger elegant ausgedrückt: Er ist ein Stricher für den gehobenen Anspruch. Seine Kundschaft rekrutiert sich aus dem Londoner Bankenviertel.

Er sieht aus, wie man sich einen jungen, englischen Mann ausmalen kann: Scharf geschnittenes Gesicht, leicht rötliches, kurzes Haar, blasse Haut. Seit er vor etwa einem halben Jahr seinen ersten Pornofilm gedreht hat, und das bei Jörg in Berlin, ist er viel unterwegs. Jörg reicht ihm einen Bademantel. „Ist dir nicht kalt?“ „Ich bin Engländer. Mir ist nie kalt!“

Victor ist mitteilsam, Jordan dagegen, der ausschaut, als arbeite er hauptberuflich als Leibwächter für einen russischen Oligarchen, sitzt schweigend in der Ecke. Vielleicht ist er aufgeregt, vielleicht konzentriert er sich auch nur auf den Dreh.  Jörg unterbricht mein Gespräch mit Victor. „Kannst du mir die Hemden bügeln?“ und reicht mir dabei zwei blaue Hemden, wie sie Geschäftsmänner als ihre Business-Uniform benutzen. „Warum nicht“, entgegne ich und nehme das Bügeleisen, das mir Jörg mit der anderen Hand entgegenstreckt. Schon kurz darauf wird mich Jörg bitten, gegen Mittag doch bitte daran zu denken, die Brötchen zu schmieren, und auch dabei wird es nicht bleiben. Aber okay, so gehöre ich zum Team.

Jetzt kommt William. Ein Farbiger wie aus dem Katalog einer Modelagentur. „Woher kommst du?“ frage ich. „Aus Uganda.“ William lacht. „Nein, aus Schweden. Oder doch aus Kuba?“ Er treibt ein kleines Verwirrspiel.

Geht man aus der Küche den Flur entlang Richtung Ausgang, befindet sich zur Rechten das Studio. Etwa 70 Quadratmeter groß, hohe Decke und Wände, die aussehen, als seien sie aus Beton. Alle paar Monate wechselt Jörg die Kulisse. Es sind Stellwände, bespannt mit Tuch. Das derzeitige Motiv ist eine Art Bunker; so soll übrigens auch der Film heißen. Diese triste, rohe Kulisse hat etwas Kaltes, Abseitiges, und genau das soll auch die Stimmung sein. Schwulen-Pornos leben mehr als andere Pornos von einer mitunter unbarmherzigen Atmosphäre.

Zurück zu Jörg. Jetzt wird eine Sex-Szene gedreht. Ralf, der Kameramann, zeigt mir die Kiste, in der alle Utensilien bereitliegen. Verschiedene Gleitcremes, wasserlöslich oder auf Silikonbasis, Papiertücher und zwei große Tüten mit Kondomen. „Einen Aids-Test verlangen wir nicht. Das wäre eh zu unsicher. Deshalb drehen wir mit Kondom.“ Ich frage ihn, ob er Alexander kennt, den Berliner Arzt, der selbst in Pornos mitspielt und Tests für Darsteller durchführt. „Nein, kenne ich nicht.“

Als mir Ralf sagt, dass ja wohl auch in den normalen Pornos mit Kondom gedreht werde, bin ich überrascht, und als ich ihm dann sage, dass es nahezu keinen deutschen Porno gebe, in dem Kondome Verwendung finden, dass da immer mit Aids-Test gedreht werde, ist er der Überraschte. So klein die Pornowelt auch sein mag, zwischen der Hetero- und der Schwulenwelt scheint es kaum Schnittmengen zu geben. Terra incognita.

Ich frage William, ob er aufgeregt sei. „Nicht mehr. Ich habe nur die Sorge, dass die anderen nicht richtig mitmachen, wenn ich loslege. Ab einem bestimmten Moment spiele ich das nicht mehr, dann bin ich das.“

Bevor es losgeht, bittet Jörg Ralf und mich, mit ihm zusammen das Studio zu verlassen. Er will den drei Darstellern ein paar Minuten geben, um sich auszutauschen, ein Gefühl der Gemeinsamkeit herzustellen. Die drei kannten sich bis vor zwei Stunden nicht. Gleich werden sie gemeinsam eine Sex-Szene drehen. Das erste Mal, dass ich einen Regisseur erlebe, der seinen Darstellern eine solche Möglichkeit bietet.

Victor kniet also vor Jordan und William und muss deren Schwänze mit Mund und Hand bearbeiten. Die Anzüge behalten die beiden Männer noch an. Ralf filmt das aus nächster Nähe, es gibt eine zweite Kamera, die eine Halbtotale aufnimmt und die hin und wieder von Jörg neu ausgerichtet wird. Der raucht mal wieder, schaut auf die beiden Monitore und gibt immer wieder Kommandos. Für einen kurzen Moment ist es ganz ruhig. Man kann hören, wie Leute im Stock über uns herum gehen, wie eine Tür zufällt. Irgendwo lacht jemand.

Langsam kommen die drei in Stimmung. Aber Jörg will nicht bloß Aktion, er möchte einen Film drehen. „Don’t kiss. Gleich.“ „Do what you want, but at first put your dicks back.“ „William, nimm seinen Kopf.“ „Victor, you suck Jordan. And Action.“ „Back to Williams dick. A bit slower.“ „Look up to William, Victor. Yes.“ „Ok, thank you. Break.“

Jörg ist detailversessen. Der eine würde sagen, er sei pingelig, der andere würde das Sorgfalt nennen. Andererseits wird hier auch erfahrbar, was Filmemachen seinem Ursprung nach gewesen sein könnte: Jungs verwirklichen ihre Träume – um sie dann stolz allen, die wollen, zu zeigen.

Ich sitze auf einem Stuhl hinter den Monitoren. Ralf schaut mir über die Schulter, was ich denn da so schreibe. „Keine Sorge“, meine ich. „Ich schreibe nur, dass hier menschenverachtende Schwulen-Schinder am Werk sind.“ „Schreib das“, entgegnet Ralf, „dann rennen die uns hier die Bude ein. Davon träumen doch viele.“

Jörg bittet mich nun, für den anfallenden Müll Sorge zu tragen und den Darstellern bei Bedarf Tücher oder Gleitmittel zu reichen. Wenn ich dann auch noch die Kondome wegräumen könnte. Nun gut, denke ich, bist du halt die Putzfrau. Ich reiße gleich mal ein paar Stück Papier von der Rolle ab und reiche eines davon Victor, der sich gerade den Arsch mit Gleitmittel eingeschmiert hat; denn jetzt wird es ernst.

Jordan und William haben immer noch ihre Anzüge an, ihre Schwänze ragen aus dem feinen Zwirn heraus wie Fahnenstangen. Der Farbige aus Uganda, Kuba oder Schweden hat sich ein Kondom übergezogen. Jörg weist Victor an, sich zwischen die beiden Männer zu stellen, um sich mit der einen Seite William anzubieten und mit dem Mund Jordan aufzunehmen.

„Leg ihm die Hand auf den Arsch“, beginnt Jörg die Szene. „A bit more intensiv. Harder!“ William lässt sich das nicht zweimal sagen und rammt dem armen Victor mit seinem ganzen Gewicht das Geschlecht in den Anus. Victor schaut auf, verzieht das Gesicht. Das Problem ist nicht William, sondern dass er gleichzeitig Jordan im Mund behalten soll. Da stößt er mit der Biegsamkeit seiner Wirbelsäule an die Grenze des Machbaren. Und auch William hat Grund sich zu beschweren. Victor öffne sich nicht richtig, meint er, da täte ihm der Schwanz weh.

„Kurze Pause“, meint Jörg. Victor verschwindet auf die Toilette. William zieht das Kondom ab, zieht sich ein neues über. Ich räum den Abfall weg. „Be calm“, redet Jörg auf William ein. „Ist doch gar nicht so einfach, gefickt zu werden. Sei ein bisschen vorsichtig. “

Dann ist Victor wieder da. Alle stellen sich neu auf. William nimmt sich ein wenig zurück, Victor drückt das Kreuz durch, und Jordan bekommt den abgefuckten Geschäftsmann jetzt immer besser hin. „Okay, thank you“, unterbricht Jörg, als die drei gerade dabei sind, Betriebstemperatur zu erreichen.

Jetzt wird es akrobatisch. Denn um die drei Akteure besser von unten drehen zu können, ziehen Jörg und Ralf große Blöcke aus Styropor herbei, legen sie so hin, dass in der Mitte ein Schweinwerfer Platz findet und jeder der drei sich so darauf stellen kann, dass er einen einigermaßen gut Halt hat und sich dabei in erhöhter Stellung befindet, was es Ralf erleichtert, diese extrem untersichtige Perspektive hinzubekommen, so dass man wirklich alles genau sehen kann. Die drei machen kleine Witze, lachen. Jörg weist sie zurecht. „Be serious!“

Merkwürdig, denke ich, immer wenn die drei anfangen, etwas lockerer zu werden, zieht der Regisseur die Leine wieder an. Jörg drückt mir einen Scheinwerfer in die Hand. „Nimm das Pussy-Light und halt es neben der Kamera von unten nach oben.“ „Kenn ich“, und kann mich dabei auf meine inzwischen vorhandene Pornodreh-Erfahrung berufen, frage mich aber, warum das Ding auch bei einem Schwulen-Dreh Pussy-Light heißt. Victor schiebt sich noch eine halbe Viagra ein und platziert sich auf den Styropor-Blöcken.

Mittlerweile sind fast vier Stunden vergangen. Pornos zu drehen, ist Arbeit. Zumal wenn man als Darsteller einen Regisseur hat, der so genaue Vorstellungen von Bildern hat, dass man nur noch eine Marionette ist, der jede Eigeninitiative ausgetrieben wird, bis man eine Art Fick-Roboter geworden ist. Deshalb haben auch alle drei eine Potenzpille geschluckt. Das sind also gar nicht die drei harten Schwulen, die hier ihre Lust ausleben können und dabei auch noch Geld verdienen, denke ich.

Durch dieses Aufsplittern einer Szene in kleine, zusammenschneidbare Einheiten, verflüchtigt sich die Hitze. Der Sex verschwindet immer mehr durch seine Inszenierung, um sich dann, wenn es gut geht, später auf dem Bildschirm und durch die Illusionsmaschinerie im Kopf des Betrachters wieder zu einem Ganzen zusammenzusetzen; in etwa so, als würde man aus Milch Pulver machen, das dann später in einem Notstandsgebiet unter Zugabe von Wasser wieder trinkbar wird.

William und Jordan gelingt das ganz gut mit der Ausbalanciererei. Ab und zu quitscht das Styropor zwar leise unter den schweren Stiefeln, aber irgendwie hält sich jeder am anderen fest. Seit Williams Block noch auf eine Palette gelegt wurde, damit die Höhe zu Victor angeglichen ist, harmonieren die drei Körper miteinander, die aus ein paar Metern Abstand schon fast aussehen wie eine ausgefeilt choreographierte Tanznummer.

Mittlerweile sind sie auch nackt. Ralf hängt fast am Boden, im steilen Winkel hält er die Kamera nach oben, um alles auch wirklich von ganz nah und mit freier Sicht abzubilden. Das wirkt ein wenig bedrohlich und beeindruckend zugleich, was man auch „mächtig“ nennen könnte. „Look into the camera, Jordan“, fordert Jörg.

Wahrscheinlich ist es gar kein Widerspruch, dass Jörg auf den ersten Blick eher ein zaghafter Typ zu sein scheint, der mitunter zerbrechlich wirkt und schon mal aufgeregt lächelt, als würde ihn etwas quälen, aber dann, ganz plötzlich, ist er hellwach und entschieden. Niemand würde sich trauen, ihm zu widersprechen. Er, dieser dürre Typ, inszeniert diese durchtrainierten Männer. Alle hören auf sein Kommando. „Kurze Pause“, ruft Jörg.

Ralf befestigt eine Sling-Matte, die man auch Liebesschaukel nennt, gefertigt aus Leder, mit Ketten an der Decke, so dass Victor sich gleich darauf legen kann, und so, etwa einen Meter über dem Boden schwebend, von William und Jordan leicht zu greifen sein wird.

Während Ralf noch die Scheinwerfer neu ausrichtet, hat sich Victor schon auf die Matte gelegt und William ist in ihn eingedrungen. Er schiebt ihm fast zärtlich die Hand unter den Nacken, und so bleiben die beiden für einen Moment versunken, bis Jörg so weit ist und den Marschbefehl für die nächste Szene ausgibt.

Eine Leiter steht parat, Ralf filmt, Jörg hat die andere Kamera eingerichtet. Jordan hat sich ein neues Kondom übergezogen, ich habe zwischendurch alles weggeräumt, und eben, als die Matte aufgehängt wurde, bin ich meiner Aufgabe als Brötchenschmierer fürs Catering nachgekommen, so dass ich mich jetzt wieder ganz auf das Halten des Scheinwerfers konzentrieren kann und mit der freien Hand schon mal ein Kabel nachziehe. „Looking at each other“, fordert Jörg. Jordan steht zwischen Victors gespreizten Beinen, William neben seinem Kopf. Ralf dreht, Jörg dreht, plötzlich schreit William auf, fast panisch. „Ich komme.“ „Du bist noch GAR NICHT dran!“ brüllt Jörg empört.

Es hilft nichts. Ralf zieht schnell auf William, und auch Jörg fummelt hektisch an der zweiten Kamera, damit auch ihm der cumshot nicht entgeht. Das wäre das Schlimmste. Dann spritzt William ab. Alles im Kasten. „Entschuldige“, wendet er sich kleinlaut an Jörg. „Ist schon gut.“ William atmet durch. In der kurzen Pause steht er neben mir und entschuldigt sich erneut. Aber warum bei mir? „Das darf nicht passieren“, meint er ganz geknickt, wobei er jetzt gar nicht mehr diese leicht überdrehte gute Laune vor sich her trägt, sondern auf einmal ganz bescheiden wirkt. „Das ist aber auch nicht leicht“, versuche ich ihn zu entlasten. „Ich muss mich besser kontrollieren“, ist Williams Fazit.

Jörg hat wieder die Kamera in der Hand. Jetzt steht er seitlich von Jordan. Irgendwie ist er nicht zufrieden. Er will einfach einen besseren Blick auf das, was zwischen Victors Beinen geschieht. Jörg lässt nicht locker, bis Jordan entnervt den Dienst verweigert und entschuldigend die Schultern hebt. „Jörg, es gibt eine natürliche Grenze. Er kann ja nicht um die Ecke ficken“, ermahnt Ralf seinen Chef.

Jordan braucht lange, um den Erfordernissen des Genres zu genügen. Der Eine zu früh, der Andere zu spät, nur Victor, der Nicht-Aktive, den sie die ganze Zeit scheinbar nur benutzt haben, ist auf den Fingerzeig zur Stelle, und Jordan ist dann auch so weit. Ich gebe Jordan ein Papiertuch, er wischt sich ab. „Das hier ist die professionellste Firma, für die ich in Deutschland gearbeitet habe“, meint er mit ernstem Gesichtsausdruck. „Da gibt es sonst Drehs mit nur einem Kameramann, in irgendeiner Wohnung, und das Licht ist egal, Hauptsache Material.“

Ich muss lächeln. Das Team heute besteht schließlich nur deshalb aus drei Mann, weil ich mich nützlich mache, Hemden bügle, Brötchen schmiere, Licht halte, Kabel führe und Kondome entsorge.

Wir reden dann noch darüber, ob es Unterschiede gibt zum normalen Porno. „Bei uns geht es nicht um die Erniedrigung der Frau, hier geht es um eine Feier von Schönheit und Muskeln. Außerdem ist die Sache bei uns offener.“ Es ist für mich merkwürdig, immer noch das Klischee von der Erniedrigung zu hören, selbst von Machern aus der Branche. In jedem Fall ist es auffällig, dass diese Einschätzung immer von denen kommt, die noch nie am Set einer herkömmlichen Porno-Produktion gewesen sind. Wen wundert’s, sage ich mir da, dass Menschen, die gar nichts mit der Branche zu tun haben, immer noch denken, dass es am Porno-Set so schlimm um die Frauen stünde.

Der Dreh ist beendet. Nacheinander geht Jörg mit jeweils einem Darsteller in sein Büro und regelt das Finanzielle – der schlaksige Jörg und seine muskelbepackten Darsteller. Victor steht, immer noch nackt, in der Küche. „Sind solche Dreharbeiten eigentlich geil?“ frage ich ihn. Er lacht und schüttelt den Kopf. „Kein bisschen. Das ist Porno. Das ist Arbeit. Du musst dich konzentrieren, auf den Regisseur hören und aufpassen, dass du nichts falsch machst. Am Abend habe ich nicht das Gefühl, Sex gehabt zu haben.“

Mehr zu diesem Dreh und noch 22 andere Stationen gibt es in PORNO IN DEUTSCHLAND – REISE DURCH EIN UNBEKANNTES LAND, dem umfassendsten Überblick zum deutschen Pornofilm. Bei der nächsten Folge für TOM REPORT besuche ich ein Hinterhof-Pornostudio in Berlin, in dem sich zwei Frauen in das Spiel aus Erniedrigung und Gewalt versenken…