Trockenpflaumenquote für Chefsessel

WDRFernsehkritik: „FrauTV“ (WDR)

Was bewegt die moderne Stöckelschuhfrau jenseits ihrer Alltagssorgen rund um die Sprachlosigkeit ihres Mannes am Frühstückstisch? Für die Fernsehredaktion steht da folgende Frage ganz oben: bin ich zu dick? Dementsprechend widmet man sich in aller Bauchumfangsbreite um den Diät-Wahnsinn. Überhaupt knöpft man sich die Eigenartigkeiten weiblicher Denkmuster vor, was zu einer nicht gerade anheimelnden Nabelschau führt.

Frauen saufen disziplinierter, sehen dabei aber auch nicht besser aus

Während Männer mitten am Tag ihren Alkoholnachschub im Supermarkt holen, tun dies alkoholabhängige Frauen lieber heimlich, lieber am Abend und lieber ohne dabei auffällig zu werden. Wir lernen eine Ex-Alkoholabhängige kennen, die sich heute um saufende Geschlechtsgenossinnen bemüht. Nach dem frühen Tod ihres Sohnes fing es an. „Ich hab bis zum Stillstand der Augen gesoffen.“ Sie habe als Spiegeltrinkerin immer noch eine gewisse Disziplin gehabt. Bei dieser typisch frauensüchtigen Form, hält man während des gesamten Tages einen konstanten Promille-Level im Blut. „Schnaps ist Schnaps und Arbeit ist Arbeit – ich habe das lange Zeit alles unter einen Hut bekommen.“ Heute trinkt sie Traubensaft, leitet drei Selbsthilfegruppen und empfindet das nüchterne Leben als echten Genuss.

Trockenpflaumenquote für Chefsessel

Frauen sind in aller Regel die mit psychologischer Raffinesse vorgehenden Diktatorinnen in jeder Beziehung, sodass ihr Wort für ihren Mann Gesetz und Gnade gleichzeitig ist. Und nun wollen sie ihren Alleinherrschungsanspruch auch noch auf die Berufswelt ausbauen. Und zwar garantiert. Per Gesetz. Ist die gynozentrische Gesellschaftsstruktur nicht mehr fern? Gilt es bald als Ausschlusskriterium für einen Job, wenn man männlich ist? Verschiedene Befürworter, vermutlich Sitzpinkler, und Gegner, vermutlich impotent, schmeißen seriös dreinblickend Argumente in die Kamera. Warum eigentlich ist das alles immer gleich so hochemotional? Es scheint, die Frauen haben den Kampf um gutbezahlte Jobs längst gewonnen. Und die Frauenquote kommt.

Luftballon gegen Hüftspeck

Juhu. Endlich das Frauenthema aller Themen: Abnehmen. Wenn sich nach der fünfunddreißigsten Diät die Erkenntnis infiltriert, an diesem Jo-Jo-Effekt könnte tatsächlich ein Körnchen Wahrheit stecken, diskutiert die gesamte Frauenwelt, wenn man jedenfalls dieser Sendung Glauben schenkt, aktuell darüber, ob sie sich einen Magenballon einsetzen lassen sollten, um endlich schlank und glücklich zu werden. „Einmal Ballon bitte“. Wer so den Operateur seines Vertrauens kommt, darf mit einer Erleichterung seiner finanziellen Rücklagen um die 3.000,00 Euro rechnen. Aber verliert man denn auch garantiert seine Kilos? Vernichtendes Resultat der Redaktion: der Magenballon sei nur eine weitere Methode wie Ärzte mit dem gesellschaftlichen Abnehmwahn Kasse machten. Die langfristigen Erfolge dieser Methode seien jedenfalls ernüchternd.

Blond in und auf dem Kopf

Die Moderatorin scherzt in der Einleitung zum Einspielfilm, dass für Frauen der Friseur einen wesentlich höheren Stellenwert besitze wie der Frauenarzt. Und toppt diese humorvolle Erkenntnis mit dem bekannten Spruch von der blondgefärbten Dolly Parton: „es hat mich verdammt viel gekostet, so billig auszusehen.“ Der kurze Doku-Bericht dürfte einen dann ebenso zum Schmunzeln bringen, da dort zahlreiche Frauen mit schwarzem, identitätsverschleiernden Balken bekennen: ja, ich habe blond gefärbt.

Eine Sendung für Männer, um ihre Frau besser verstehen zu lernen.